Unsere Tiere

Unsere Tiere

Los geht’s, wie im richtigen Leben, mit der Geburt. Unsere Kälber kommen entweder auf der Weide, oder in einem großzügig dimensionierten, mit frischem Stroh eingestreuten, Abkalbebereich zur Welt. Sie haben dabei Blickkontakt zur Herde, um zusätzlichen Stress zu vermeiden.

Wichtig ist auch die Fütterung in den letzten sechs Wochen vor der Kalbung. Hier muss die Energiedichte im Futter reduziert sein, um Probleme bei der Kalbung durch einen durch Verfettung beim Muttertier reduzierten Geburtskanal oder ein zu großes Kalb zu vermeiden. In unserem Betrieb kommen über 90% der Kälber ohne Geburtshilfe allein zur Welt. Wird es doch mal schwerer, wird vorsichtig mit Stricken Geburtshilfe geleistet.

Ist das Kalb gesund geboren, bekommt die Kuh einen „Energietrunk“ angeboten und wird danach erstmal für einige Stunden mit ihrem Kalb in Ruhe gelassen. Das Kalb wird trocken geleckt, und beginnt nach wenigen Minuten mit den ersten Versuchen aufzustehen.

In der Regel können die Kälber nach einer Stunde laufen, und suchen das Euter der Mutter, um die so genannte Biestmilch zu trinken. Dies ist die Lebensversicherung für das Kalb, da die erste Milch besonders reich an Nährstoffen und Immunglobulinen ist. Diese schützen das Kalb in den ersten Lebenswochen, bis es eine eigene Immunisierung aufgebaut hat.

Eine Kuh ist übrigens nach der Definition erst eine Kuh, nachdem sie zum ersten Mal gekalbt hat. Die Gattung heißt Rind, bis zum achten Lebensmonat nennt man es Kalb, ab dann Jungrind. In unserem Betrieb werden die Jungrinder ab dem 15. Lebensmonat, je nach Größe und Gewicht von einem Zuchtbullen gedeckt. Ab diesem Zeitpunkt wird das dann tragende Tier als Färse bezeichnet.

Zurück zum Ablauf nach der Geburt: Die Kälber werden nach einigen Stunden von der Kuh getrennt und verbringen die nächsten 7 – 14 Tage in einer Einzelbox in der Nähe des Kuhstalls. Hier werden sie 2-3 Mal am Tag über Nuckel-Eimer mit der Milch der Mutter versorgt. Damit wird gewährleistet, dass die Tiere genug Milch aufnehmen, und sich gut entwickeln können.

Die Kuh bleibt die ersten drei bis vier Tage nach der Kalbung unter besonderer Beobachtung. Dazu wird sie mindestens zweimal am Tag zum Melkroboter begleitet, um dabei auch ihren Allgemeinzustand zu bewerten. Darüber hinaus liefert das System eine Menge an Daten, die Aufschluss über das Befinden jeder einzelnen unserer Kühe gibt. Dazu gehören:

  1. Messen der Körpertemperatur bei jeder Melkung, durch die Milchtemperatur
  2. Analyse der Milchqualität:
    1. über den elektrischen Leitwert
    2. über ein Farbspektrometer
    3. über ein Photometer (Fett- und Eiweißmessung)
  3. Analyse der Körperaktivität über Bewegungsmesser
  4. Analyse der Wiederkauaktivität über ein Mikrophon

Alle diese Daten können einzeln ausgewertet werden, oder aber nach Auffälligkeiten über Listen abgerufen werden. So zeigt das Herdenmanagement-Programm z.B. eine Liste an , auf der Kühe stehen, die eventuell ein Problem mit der Eutergesundheit haben. So können diese dann aus der Herde aussortiert und persönlich kontrolliert werden.

Ein anderes Beispiel ist die Kombination aus einem deutlich erhöhten Bewegungsprofil, und einer gleichzeitig geringeren Wiederkauaktivität. Diese Kombination deutet auf eine brünstige Kuh hin.

Tritt eine solche Brunst auf wird die Kuh ab dem 50. Laktationstag, das bedeutet ab dem 50. Tag nach der Kalbung von einem Tierzuchttechniker künstlich besamt. Den passenden Bullen sucht der Computer aus einem breiten Angebot an Zuchtbullen aus. Übrigens muss eine Kuh kalben, um Milch zu liefern. Würde sie nicht trächtig werden, würde sie nach gewisser Zeit keine Milch mehr produzieren.

Wir hoffen, ihr habt einen Eindruck von der Betreuung und Versorgung unserer Kühe erhalten. In den Kategorien „Unser Betrieb“ und „Der Landwirt“ könnt ihr noch mehr über die Tiere lesen.

In Ihrem Supermarkt

Unsere Milch ist ab Februar 2020 in Ihrem Supermarkt verfügbar.